Call for contributions

 

Stadtbürger*innenschaft / Urban Citizenship

 

 

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Please find the English version here.

 

 

Eine globale Geburtslotterie spielt den Menschen Staatsbürger*innenschaften zu. Nationale Zugehörigkeiten entscheiden über Wohlstand und Armut, Bildungs- und Aufstiegschancen, über ein Leben in Krieg oder Frieden, ja oft über das Überleben selbst. Die Aus- und Einschlüsse der Staatsbürger*innenschaften werden mit territorialen, nationalen, biopolitischen, rassistischen und ökonomischen Argumenten begründet und in gewaltvollen Grenzregimen

global durchgesetzt. Doch diese nationale Weltordnung ist nicht alternativlos.

 

Auf lokaler Ebene wird erfolgreich mit einer anderen Form der Zugehörigkeit experimentiert, die nationalistischen und rassistischen Ausschlüssen entgegen wirkt: der Stadtbürger*innenschaft. In den USA wächst ein dichtes Netzwerk aus Sanctuary Cities, in denen die Stadtverwaltungen gemeinsam mit aktivistischen Gruppen ein lebenswertes und sicheres Leben für alle Stadtbewohner*innen ermöglichen. Alle Bewohner*innen bekommen Zugang zu fundamentalen Gemeingütern wie Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdienstleistungen, Wohnraum, Nahrung, Bankkonten, Handyverträgen, Polizei und Rechtssprechung. Im Zuge der migrant*innenfreundlichen Politik des „Don’t ask don’t tell“ werden illegalisierte Bewohner*innen nicht mehr an die Bundesbehörden gemeldet. Seit 2007 wurde diese Politik in einigen Sanctuary Cities mit der Einführung von Stadtausweisen formalisiert, die auf einem „ius domicili“ beruhen. Diese „Radical Cities“ (siehe engagée #6/7) legitimieren ihre Politik der Commons in Europa und den USA durch den engen Kontakt zu Stadtteilversammlungen und aktivistischen Bewegungen. Und auch im globalen

Süden wird seit Jahrzehnten Stadtbürger*innenschaft gelebt, wie beispielsweise James Holston an Praktiken einer aufständischen Bürger*innenschaft in brasilianischen Metropolen beschrieben hat.

 

Was sind die Möglichkeiten und was sind die Grenzen der Stadtbürger*innenschaft? Städtische Identitäten werden schließlich auch geschickt ins Marketing der neoliberalen „unternehmerischen Städte“ eingebunden und bleiben außerdem nationalstaatlichen Migrations-, Handels und Außenpolitiken unterworfen. Wir wollen vielversprechende Praktiken von Stadtbürger*innenschaft darstellen und kritisieren und wir wollen die Theoriedebatten um urban citizenship/Stadtbürger*innenschaft transnational vernetzen und weiter vorantreiben. Dafür suchen wir Beiträge, die in Wissenschaft und Politik intervenieren und einen Raum zwischen Aktivismus und Theorie öffnen: Essays, Artikel, Reportagen, Polemiken, Illustrationen, künstlerische Formen und Experimente aller Art sind willkommen.

 

Was sind die Argumente für oder gegen eine Stadtbürger*innenschaft? Wer ist Stadtbürger*in und wer nicht? Können nationalistische Grenzregime durch Stadtbürger*innenschaft durchkreuzt werden? Wie kann Stadtbürger*innenschaft Rechte garantieren? Reproduziert sie nur nationale Probleme? Wie steht sie zur Gentrifizierung und inneren Spaltung der Städte? Was können europäische Städte von der Bewegung der Sanctuary Cities lernen? Wann sind

Sie/bist Du Stadtbürger*in?

 

Bitte sende deinen Beitrag (max. 10 000 Zeichen) bis zum 1.12.2018 an redaktion@engagee.org und kontaktiere das engagée-Team gerne jederzeit im Fall von Fragen, Vorschlägen oder Ideen.

 

 

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Guideline for contributions

engageé is an independent sociopolitical magazine, located at the intersection of philosophy, politics, literature, art and activism.

engagée is fond of theory and promotes emancipatory practices.

 

What we don't want

Contributions that are oriented exclusively towards an orthodox academic style and contributions which, although they deal with an analysis and criticism of social relations, do not deal with emancipatory perspectives.

 

What we want

We publish philosophical essays, journalistic (in the style mainly feuilletonist) formats, illustrations, literary plays, poetry, personal reflections and insights into activist practice, politically promising projects, experimental and collective contributions in writing and images, glosses, commentaries, all forms of artistic works, and most important to us: contributions that bind philosophical discussions to a concrete subject and make them fruitful for practice.

 

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Call for Contributions é-Blog

Contributions, drafts, and pitches for our online-Blog that correspond to our editorial concept are always welcome. Feel free to reach out at redaktion@engagee.org.

 

 

 

 

 

 

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